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Neues Leitsystem für die Gasversorgung

Neben Pharma und Chemie gewinnt auch der Energiebereich für CTE zunehmend an Bedeutung. Mit Projekten für IWB, Primeo und EBL konnten wir in den vergangenen Jahren bereits Erfahrungen in diesem Umfeld sammeln. Mit dem Gasverbund Mittelland (GVM) kam nun erstmals ein Projekt im Gasumfeld hinzu.

Fabian Meury Fabian Meury
Neu 29.10.26 Veröffentlicht 29.10.26

Auch wenn die Branche neu ist, sind viele Anforderungen aus anderen Projekten ähnlich: Systeme müssen zuverlässig funktionieren, übersichtlich bedienbar sein und sich langfristig warten und weiterentwickeln lassen. Genau diese Engineering-Erfahrung konnten wir auch bei GVM einbringen.

Warum ein neues Leitsystem?

Das bisherige Leitsystem von GVM war seit 2016 im Einsatz und funktionierte stabil und zuverlässig. Über die Jahre waren jedoch zahlreiche individuelle Anpassungen und Sonderlösungen entstanden. Gleichzeitig wäre eine Migration auf eine neue Version mit grossem technologischem und finanziellem Aufwand verbunden gewesen.

Hinzu kamen neue Anforderungen an Bedienung, Datenverarbeitung und Systemarchitektur. Gesucht war deshalb eine moderne und wartbare Lösung, welche die bestehende Funktionalität erhält, eine intuitive Bedienung ermöglicht und gleichzeitig offen für zukünftige Erweiterungen und Fremdsysteme bleibt.

Als Basis für das neue Leitsystem wurde zenon gewählt. Die Plattform bietet die notwendige Flexibilität für kundenspezifische Anforderungen und eignet sich für den Einsatz in Energie- und Infrastrukturumgebungen.

Schrittweise zum neuen System

Nach der Konzeptphase wurde die Lösung zunächst mit zwei Stationen als Proof of Concept umgesetzt. Gemeinsam mit GVM wurde das System weiterentwickelt und anschliessend Station für Station integriert.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war der Parallelbetrieb des bestehenden und des neuen Leitsystems. Dadurch konnte die neue Lösung schrittweise eingeführt und unter realen Bedingungen geprüft werden. Bis zur finalen Umschaltung stellt das bestehende System die zuverlässige Überwachung und Steuerung der Anlagen sicher. Zusätzliche physische Server waren dafür nicht notwendig: Das neue System wird virtuell auf der bestehenden Leitsystem-Infrastruktur betrieben.

Auch beim Engineering wurde auf Standardisierung gesetzt. Wiederverwendbare Templates, Smart Objects und ein eigens entwickelter Variablengenerator erleichterten die Umsetzung und verbessern gleichzeitig die langfristige Wartbarkeit. Umsysteme wurden über standardisierte Schnittstellen angebunden.

98 Stationen und 34'000 Datenpunkte

Heute umfasst das neue Leitsystem rund 34'000 Datenpunkte, 98 Stationen beziehungsweise Standorte sowie zwei angebundene Umsysteme.

Auch für die Bediener bringt die neue Lösung Verbesserungen. Ein Weltbild ermöglicht eine durchgängige Sicht auf das gesamte Leitungsnetz, während eine übersichtlichere Visualisierung und eine verbesserte Alarmübersicht die Orientierung erleichtern und eine schnellere Fehlerlokalisierung unterstützen.

Langfristig ist das System so aufgebaut, dass GVM einen grossen Teil des Betriebs und der Weiterentwicklung selbst übernehmen kann.

Fazit

Für CTE zeigt das Projekt gleichzeitig, dass sich unsere Engineering-Erfahrung sehr gut auf neue Anwendungsfelder übertragen lässt. Denn unabhängig davon, ob es um Pharma, Industrie oder Energieversorgung geht: Entscheidend sind zuverlässige Systeme, sauberes Engineering und Lösungen, die auch langfristig beherrschbar und wartbar bleiben.


Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor war die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden. Besonders bewährt hat sich dabei eine offene und kontinuierliche Kommunikation. In wöchentlichen Austauschterminen wurde der aktuelle Projektstand vorgestellt und gemeinsam besprochen. Dadurch konnten Kundenwünsche frühzeitig aufgenommen, direkt umgesetzt und die Lösung laufend an die tatsächlichen Bedürfnisse des Kunden angepasst werden.


Diese enge Abstimmung hat nicht nur zu einer zielgerichteten Umsetzung beigetragen, sondern auch dafür gesorgt, dass der Kunde während des gesamten Projektverlaufs aktiv eingebunden war.

Bild von Meury Fabian, Teamlead Automation bei ControlTech Engineering AG.

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